Für  Patienten 

Ihr Ansprechpartner

Zentrale

rhein-klinik(at)johanneswerk.de
02224 185-0

Kunsttherapie

Wirkfaktoren
Im Prozess des Malens werden zum Beispiel emotionale Spannungszustände in Bildern nach außen gebracht, betrachtet, verstanden und in Worte gefasst. Allmählich regulieren Patienten durch den Prozess der Bildgestaltung überwältigende Spannungen und Konflikte. Auf diese Weise wird in der Kunsttherapie die Symbolisierungsfähigkeit gefördert sowie die Affektwahrnehmung und -differenzierung. Dies dient dem Aufbau einer gesunden Selbstbeziehung. Der kreative Prozess wird von vielen Patienten auch als neue Form der Bewältigungsstrategie erlebt. Darüber hinaus ist die Erfahrung der eigenen kreativen Fähigkeiten eine wichtige Ressource für die Patienten. Kreative Potenziale und Fähigkeiten können durch die Kunsttherapie neu entdeckt werden.

Die Therapeutinnen arbeiten nach einem ressourcenorientierten Ansatz, in dem die inneren Bilder der Patienten gestalterisch eine Ausdrucksform finden. Ein visueller Zugang zum Unbewussten ist ein Ziel der Gruppenarbeit. Die Gruppe wird als Ganzes mit einbezogen. So kann das einzelne Gruppenmitglied eine spiegelnde und klärende Wirkung haben.
 
Die Themen können Schilderung eines Traumes, eines Symptoms oder eines Ereignisses sein, das heißt gelebte Erfahrungen finden ihre bildnerische Ausdruckform und werden durch die Betrachtung des Bildes in Worte gefasst.

Über das Medium der Gestaltung bekommen die Patienten Zugang zu ihren Affekten. Der Gefühlsausdruck wird im Bild festgehalten und kann jederzeit neu betrachtet werden. So wird allmählich eine Repräsentanz des Selbst und der Beziehung mit der Umwelt entwickelt. Damit kommen Außen- und Innenwelt des Patienten zu einer sichtbaren Darstellung. Der Prozess spielt eine wesentliche Rolle. Jedes Bild kann ein Baustein zur individuellen Lebensgeschichte sein: „Künstlerisch-ästhetische Ausdrucksformen dienen der Vergegenständlichung von Konflikten und der Auseinandersetzung mit inneren und äußeren Welt-Bildern.“ (Prof. Wichelhaus 2006).

Der gestalterische Prozess fördert Eigenaktivität, Lebendigkeit und Autonomie. Das Erleben eigener Fähigkeiten trägt zur Ich-Stabilisierung bei. Der kreative Prozess hat einen handlungsorientierten Charakter. Durch den geschützten Rahmen können oft Veränderungen eingeleitet werden.

Das Spezifische der Kunsttherapie ist, dass sie das, was nicht in Worte gefasst werden kann, bildnerisch darstellt und so in der Gestaltungsintrospektion verarbeitbar macht. Ein reichhaltiges künstlerisches Angebot wie zum Beispiel Acryl- und Aquarellfarben, Pastell- und Ölkreiden sowie Ton und Speckstein zur dreidimensionalen Gestaltung stehen zur Verfügung.

Hier finden Sie zum Download:

Kunsttherapeutinnen

Claudia Bieding
Diplom-Graphikdesignerin, Klinische Kunsttherapeutin (grad. DFKGT)
Kunsttherapeutische Fachbegleiterin für Psychotraumatologie (BIK)

Katharina Diatara
Kunsttherapeutin und Sozialtherapeutin